Cowboystiefel - oder auch als Westernstiefel, Westernboot oder einfach nur mit Boots bezeichnet - kommen in regelmäßigen Abständen wieder in Mode. Die Schuhbranche poliert dabei das Image des ursprünglich als Arbeitsschuh eingesetzten Cowboystiefels auf und setzt auf immer neue Modelle und Ausführungen des Westernstiefels. Es gibt Varianten des Stiefels in den unterschiedlichsten Qualitäts- und Preisklassen. - Ausschlaggebend hierfür ist überwiegend das verwendete Leder, wobei Boots aus Straußenleder oder aus Schlangenhaut wohl an oberster Stelle in Punkto Exklusivität, Qualität und Preis stehen dürften.
Westernstiefel laufen vorne charakteristisch spitz zu, der Schaft der Stiefel hat eine Höhe von etwa 30 cm und der Absatz ist 2 bis 4 cm hoch. - Entstanden ist der Cowboystiefel eher zufällig und aus der Not heraus:
Als der amerikanische Bürgerkrieg zu Ende war, begann die Ära der Cowboys in den USA. Diese Männer verbrachten oft Tage und Wochen damit, große Viehherden über große Entfernungen von mehreren hundert Meilen zu treiben. Vor allem Soldaten fanden im Berufsbild des Cowboys eine neue Aufgabe. Die ehemalige Militärkleidung und das Armeeschuhwerk war allerdings zum Reiten alles andere als geeignet. Die Armeestiefel waren vorne rund und breit, die Absätze zu flach und das Stiefelmaterial insgesamt zu hart.
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Die Erfindung des 'idealen' Cowboystiefels wird dem Sohn eines deutschen Einwanderers zugeschrieben. - Es handelt sich dabei um Charles H. Hyer. Dieser hatte von seinem Vater das Schuhmacher-Handwerk erlernt und war Anfang bis Mitte der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts nach Kansas gezogen, um dort einen Schusterladen aufzumachen. Nachdem er erste Erfolge verzeichnen konnte, fragte er seinen Bruder Edward Hyer, ob er nicht mit ins Geschäft 'einsteigen' wolle.
Irgendwann betrat ein wohl unzufriedener Cowboy die Schuhmacherei mit der Absicht, sich einen Maßstiefel anfertigen zu lassen. Als Voraussetzung beschrieb dieser Cowboy einen spitzen Zulauf vorne, um ein schnelles Rein- und Rausschlüpfen in die Steigbügel zu ermöglichen. Zusätzlich sollte ein erhöhter, leicht abgeschrägter Absatz angebracht werden, um eine Verankerung im Steigbügel zu erlauben. Auch von der typisch zylindrischen Form des Militärstiefels sollte Abstand genommen werden, stattdessen sollte ein hoher Schaft mit Bogenrand Verwendung finden. Charles H. Hyer fertigte dem Cowboy ein solches Paar Stiefel an und innerhalb kürzester Zeit stieg anhand der Mundpropaganda dieses Cowboys die Nachfrage für diese Westernboots rasant. Im Jahr 1880 spezialisierten sich die Hyer-Brüder auf die Herstellung der Cowboystiefel und gründeten die legendäre Hyer's Boot Company.
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